ADHS? oder Das verwächst sich noch?

Fabienne ist besorgt.„Zu Hause spielt Noah manchmal ganz vertieft und ausdauernd mit Lego. Und dann plötzlich geht es los: Er rennt durch die Wohnung, wirkt unruhig, rastlos und ist kaum noch zu bremsen.
Adhs und die Aussage das verwächst sich noch
Adhs und die Aussage das verwächst sich noch

Fabienne ist besorgt.

„Zu Hause spielt Noah manchmal ganz vertieft und ausdauernd mit Lego. Und dann plötzlich geht es los: Er rennt durch die Wohnung, wirkt unruhig, rastlos und ist kaum noch zu bremsen. Im Kindergarten gerät er schnell in Streit, und auch dort fällt seine Unruhe auf.“

Noah ist 3 ½ Jahre alt. Bei den Vorsorgeuntersuchungen war bisher alles unauffällig. Trotzdem haben die Erzieher*innen in einem Elterngespräch ihre Sorge geäußert.

Die Großeltern reagieren beruhigend:
„Sein Vater war genauso.“
„Das verwächst sich sicher noch.“
„Der Bub ist halt lebhaft.“

Und tatsächlich: Viele Kinder in diesem Alter sind temperamentvoll, impulsiv oder schnell wechselhaft in ihrem Verhalten. Entwicklung verläuft nicht geradlinig, und gerade im frühen Kindesalter sind die Grenzen zwischen „noch normal“ und „auffällig“ oft fließend.

Doch Fabienne hat einen Fernsehbericht über ADHS gesehen. Seitdem lässt sie eine Frage nicht mehr los:

Könnte Noah ADHS haben?

Kann man ADHS bei kleinen Kindern schon erkennen?

Eine einfache Antwort darauf gibt es in diesem Alter meist noch nicht.

Denn eine klassische ADHS-Diagnose ist bei kleinen Kindern häufig weder sinnvoll noch eindeutig möglich. Trotzdem sollte die Sorge der Eltern ernst genommen werden. Kinder spüren sehr genau, wenn Erwachsene verunsichert sind oder sich Sorgen machen.

Wichtig ist deshalb nicht vorschnell zu bewerten, sondern genau hinzuschauen.

Beobachtung ist in diesem Alter oft das wichtigste Instrument.

Denn hinter einem Verhalten steckt häufig mehr als „schlechtes Benehmen“ oder „fehlende Grenzen“. Manche Kinder haben Schwierigkeiten, ihre Gefühle und Impulse zu regulieren, weil ihr Nervensystem schneller überlastet, ist als das anderer Kinder. Reize, Geräusche, Konflikte oder Veränderungen werden dann intensiver wahrgenommen und verarbeitet.

Die Folge:
Emotionen kommen plötzlich, stark und überwältigend.

Dann sehen wir Verhalten nicht mehr einfach als Störung, sondern als Botschaft:
Was braucht dieses Kind?
Was ist möglicherweise noch nicht ausreichend reguliert oder gereift — körperlich, emotional oder neurophysiologisch?

Kleine neurophysiologische Tests und genaue Entwicklungsbeobachtungen können Hinweise darauf geben, wo ein Kind Unterstützung braucht. Oft lassen sich Eltern und Kindergarten schon früh Möglichkeiten aufzeigen, wie die Reifung des Nervensystems liebevoll begleitet werden kann.

Nicht jedes lebhafte Kind hat ADHS.

Aber nicht jedes auffällige Verhalten sollte vorschnell mit
„Das verwächst sich“
abgetan werden.

Manchmal brauchen Kinder keine Bewertung —
sondern Erwachsene, die bereit sind, genauer hinzusehen.

Kinder möchten uns mit ihrem Verhalten selten Probleme machen. Oft zeigen sie uns vielmehr, dass sie Unterstützung brauchen.

Möchten Sie herausfinden, welche individuellen Lösungen für Ihr Kind passen?

Lassen Sie uns gemeinsam einen Weg finden!

Share this post
Facebook
Twitter
LinkedIn
WhatsApp